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Die Taufe des Herrn, der Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu.

(Mt 3,13-17)

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José Ricardo F. Bezerra

Das Fest der Taufe des Herrn beschließt die Weihnachtszeit und leitet die Zeit im Jahreskreis ein. Es markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Kirchenjahr, denn es kennzeichnet den Moment, in dem Jesus sein verborgenes Leben in Nazareth verlässt und sich öffentlich als der geliebte Sohn des Vaters offenbart. Der Jordan wird so zum Ort des Übergangs: vom Alltag zur Mission, von der Stille zum verkündeten Wort, von der Besinnung zur Hingabe.

Das Matthäusevangelium für diesen Sonntag ist kurz, aber gehaltvoll. In nur wenigen Versen wird uns das Geheimnis der trinitarischen Offenbarung und die tiefgründige Bedeutung der Taufe, die Jesu öffentliches Wirken einleitet, nähergebracht. Um über dieses Evangelium nachzudenken, schlagen wir fünf Punkte vor, die helfen, tiefer in dieses Geheimnis einzutauchen. Grundlage dafür ist der Podcast ( https://www.youtube.com/watch?v=NAwjabyHxd4 ) mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen Ihrer Wahl.

  1. Von Galiläa zum Jordan

Jesus verlässt Galiläa und geht zum Jordan, um Johannes zu treffen. Diese Reise ist nicht nur geografisch. Sie drückt eine innere Entscheidung aus, einen Wendepunkt. Jahrelang hatte Jesus ein unauffälliges Leben geführt, war unterwürfig, arbeitete und teilte den Alltag in Nazareth. Nun war die Zeit gekommen, dieses verborgene Leben hinter sich zu lassen und einen neuen Weg einzuschlagen.

Der Jordan ist in der Geschichte Israels stets ein Ort des Übergangs. Dort betrat das Volk das Gelobte Land (vgl. Jos 3,1–17). Dort setzte Elia Elischa als seinen Nachfolger ab und wurde in den Himmel aufgenommen (vgl. 2 Kön 2,1–18). Dort beginnt Jesus seine Mission. Der Aufbruch aus Galiläa zeigt, dass tägliche Treue den Weg für Großes ebnet. Nichts entsteht aus dem Nichts. Jesu öffentliches Wirken entspringt einem langen, stillen Gehorsam.

Auch in unserem Leben gibt es solche Übergangsmomente. Es gibt Zeiten, in denen wir berufen sind zu bleiben, und Zeiten, in denen wir berufen sind zu gehen. Diese Momente zu erkennen, bedeutet, auf Gottes Willen zu hören. Die Taufe des Herrn lädt uns ein, uns an die Meilensteine unseres eigenen Lebensweges zu erinnern und zu erkennen, wann Gott uns auffordert, Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu beschreiten.

  1. Taufe und Gerechtigkeit

Johannes ist überrascht, Jesus zur Taufe kommen zu sehen. Johannes‘ Taufe war eine Taufe zur Bekehrung der Sünder (vgl. Mt 3,6), und Jesus war ohne Sünde (vgl. Joh 8,46). Johannes‘ Widerstand ist verständlich (vgl. Mt 3,14). Dennoch beharrt Jesus darauf: Es ist notwendig, alle Gerechtigkeit zu erfüllen (vgl. Mt 3,15). Diese Gerechtigkeit ist nicht bloße äußerliche Erfüllung. Es geht um die uneingeschränkte Befolgung des Willens des Vaters.

Indem Jesus die Taufe des Johannes annahm, bekundete er seine Solidarität mit den Sündern und nahm die menschliche Existenz voll und ganz an. Er stieg ins Wasser hinab, nicht um sich reinigen zu lassen, sondern um sie zu heiligen. Diese Taufe war ein Zeichen für eine weitere, die er später verkünden würde (vgl. Mk 10,38; Lk 12,50). Er versetzte sich in die Lage derer, die er zu retten gekommen war. In Jesu Geste offenbarte die Taufe ihre tiefste Bedeutung: Tod und Leben, Abstieg und Erhöhung. Indem er sich ins Wasser tauchte, nahm Jesus die vollkommene Hingabe seiner selbst am Kreuz vorweg. Indem er aus dem Wasser aufstieg, wies er auf das neue Leben hin, das allen angeboten werden wird. Unsere eigene Taufe hat Anteil an diesem Geheimnis und lässt uns der Sünde sterben und für Gott leben.

  1. Der Geist Gottes

Nach der Taufe kommt der Heilige Geist wie eine Taube auf Jesus herab (vgl. Mt 3,16). Dies ist keine Definition des Heiligen Geistes, sondern ein sichtbares Zeichen seiner Gegenwart und seines Wirkens. Der Geist, der bei der Schöpfung über dem Wasser schwebte, ruht nun auf dem Sohn.

Der Heilige Geist spricht nicht, sondern bestätigt. Er drängt sich nicht durch Lärm auf, sondern bleibt. Seine Gegenwart offenbart, dass Jesu Mission nicht aus persönlicher Initiative, sondern aus Gottes Salbung entspringt. Es ist der Heilige Geist, der den Weg des Sohnes trägt, leitet und bestätigt.

Auch im christlichen Leben wirkt der Heilige Geist auf subtile und tiefgreifende Weise. Er erleuchtet, stärkt, erinnert und leitet, selbst wenn wir es nicht sofort wahrnehmen. Seine Gegenwart zu erkennen, erfordert innere Achtsamkeit und beharrliche Treue.

  1. Die Stimme des Himmels

Nach der Taufe öffnet sich der Himmel, und die Stimme des Vaters ist zu hören (vgl. Mt 3,17a). Es ist nicht bloß eine an Jesus gerichtete Aussage, sondern ein Zeugnis für die Anwesenden. Der Vater offenbart, wer Jesus ist, und bezeugt öffentlich seine Identität.

Diese Stimme fügt der Person Jesu nichts Neues hinzu, sondern offenbart, was er schon immer war. Gleichzeitig eröffnet sie eine neue Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Der Vater spricht, der Sohn offenbart sich, der Heilige Geist ist gegenwärtig. Die Dreifaltigkeit manifestiert sich zu Beginn von Jesu Wirken.

Gott spricht weiterhin zum menschlichen Herzen, nicht immer mit hörbaren Worten, sondern mit einer inneren Klarheit, die leitet und stärkt. Diese Stimme zu erkennen, ist Teil des Glaubensweges.

  1. Der geliebte Sohn

Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe .“ (Mt 3,17b). Das letzte Wort des Vaters offenbart den Kern des ganzen Geheimnisses. Jesus ist der Sohn, und seine Mission entspringt dieser liebevollen Beziehung.

In der Taufe wird diese Kindschaft verkündet. In unserer Taufe werden wir in sie eingegliedert. Wir werden Kinder des Sohnes. Nicht aus Verdienst, sondern aus Gnade. Dieses Bewusstsein verändert unser Leben, unser Gebet und unser Handeln. Die christliche Mission entspringt nicht isolierter Anstrengung, sondern der Gewissheit, von Gott geliebt zu werden.

Sich geliebt zu fühlen, beseitigt zwar nicht die Schwierigkeiten auf dem Weg, aber es verleiht ihnen Sinn. Der Glaube reift, wenn diese Wahrheit nicht länger nur bekannt ist, sondern im Herzen angenommen wird.

Mit dem Wort beten (Lectio Divina)

Lesung ( lectio ) : Lesen Sie Matthäus 3,13-17 langsam. Achten Sie auf die Gesten, die Worte und die Pausen.

Meditation ( meditatio ) : Was fesselt Ihre Aufmerksamkeit in diesem Evangelium am meisten? Welche Passage, Geste oder welches Wort berührt Ihr Leben heute?

Gebet ( oratio ) : Bringe dem Herrn deinen Weg, deine Übergangsmomente, deine Widerstände und deinen Wunsch nach Treue dar.

Kontemplation ( contemplatio ) : Verweile in Stille vor Gott. Lass die Worte in deinem Herzen nachklingen: „ Du bist mein geliebter Sohn .“

Handlung ( actio ) : Wie kannst du die Gnade deiner Taufe diese Woche bewusster und treuer leben? Wenn du es nicht weißt, schau nach, an welchem Tag du getauft wurdest.

Bis nächste Woche!

Shalom!

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