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Die Erscheinung des Herrn: Wir sind gekommen, um ihn anzubeten!

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Das Fest der Erscheinung des Herrn feiert die Offenbarung des Herrn vor allen Völkern. Es geht nicht nur um die Erinnerung an den Besuch der Heiligen Drei Könige beim Jesuskind, sondern um die Betrachtung eines Wirkens Gottes, das sich über die Grenzen Israels hinaus offenbart und all jene erreicht, die, obwohl sie nicht zum Volk des ersten Bundes gehören, sich auf die Suche nach der Wahrheit begeben haben. Jesus kam, um das Licht aller Nationen, Völker, Rassen und Sprachen zu sein (vgl. Jes 49,6; Offb 7,9).

Das Matthäusevangelium erzählt von Männern aus dem Osten, die, nachdem sie ein Zeichen am Himmel gesehen haben, ihre Heimat verlassen, weite Reisen unternehmen und in Jerusalem ankommen, um nach dem neugeborenen König der Juden zu fragen. Die gesamte Szene ist geprägt von Bewegung, Suche, Unterscheidung und schließlich Anbetung. Die Erscheinung des Herrn ist kein statischer Zustand. Sie entfaltet sich im Laufe der Zeit.

Zur Meditation über das Evangelium dieses Sonntags schlagen wir fünf Punkte vor, die Ihnen helfen sollen, tiefer in dieses Geheimnis einzutauchen. Diese basieren auf dem Podcast ( https://www.youtube.com/watch?v=-ci_43J_p9s ).

  • Die Magier

Die christliche Tradition bezeichnet diese Männer als Könige (vgl. Ps 71/72,10–11; Jes 60,3), das Evangelium nennt sie jedoch Magier. Im biblischen Kontext hat dieses Wort keine einfache Bedeutung. In anderen Passagen erscheinen die Magier als Astrologen, Zauberer und Widersacher von Gottes Wirken (vgl. Apg 13,6.8; Ex 7,11.22; 8,3.15; Dan 2,10). Hier jedoch sind sie Männer, die sich von einem Zeichen leiten lassen und daraufhin handeln.

Sie gehörten nicht zum auserwählten Volk und kannten vielleicht weder das Gesetz noch die Propheten wie die Lehrer Israels, doch sie besaßen ein aufmerksames und williges Herz. Sie sind weise Männer, die sich ihrem Wissen nicht verschließen. Im Gegenteil, sie erkennen, dass das, was sie im Himmel sahen, einen weiteren Schritt erfordert, ein Verlassen ihrer selbst, ein Gehen.

Die Epiphanie erinnert uns daran, dass Gott auch von denen gesucht und gefunden werden kann, die keine direkte Offenbarung empfangen haben, aber aufrichtig nach der Wahrheit streben. Diese Weisen repräsentieren alle Völker, alle Kulturen, die gesamte Menschheit auf der Suche nach dem Erlöser.

  • Der Stern

Der Stern ist das Zeichen, das den Beginn der Reise markiert. Viel wurde über seine Natur diskutiert, ob es sich um ein bestimmtes astronomisches Phänomen oder ein außergewöhnliches Ereignis handelte. Das Evangelium geht darauf nicht näher ein. Entscheidend ist, dass er jene Männer zu Jesus führte.

Der Stern ist nicht das Ziel, sondern der Weg. Er scheint nicht betrachtet zu werden, sondern weist den Weg. Als die Weisen ihm folgen, gelangen sie nach Jerusalem; als er wieder erscheint, freuen sie sich, und er führt sie zu dem Ort, wo das Kind ist.

Dieses Zeichen erinnert uns daran, dass Gott Schöpfung, Geschichte, Ereignisse und sogar menschliche Grenzen nutzen kann, um alle zu Christus zu führen. Der Stern ersetzt nicht die Begegnung mit Gott, sondern bereitet sie vor. Auch heute sind wir aufgerufen, die Zeichen zu erkennen, die uns den Weg weisen, und gleichzeitig selbst zu Zeichen (Sternen) zu werden, die andere zum Herrn führen.

  • Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten

Die von Herodes einberufenen Hohepriester und Schriftgelehrten wissen genau, wo der Messias geboren werden soll. Sie antworten korrekt und zitieren die Heilige Schrift (vgl. Mt 2,5–6; Mi 5,2), was ihr Wissen beweist. Dennoch bleiben sie in Jerusalem.

Sie kennen das Wort, aber sie begeben sich nicht auf den Weg. Sie kennen den Weg, aber sie gehen ihn nicht. Das Evangelium offenbart hier eine gefährliche Kluft zwischen Wissen und gelebtem Glauben.

Wissen, das keine Bewegung, keine Umkehr und keine Suche auslöst, bleibt wirkungslos. Das Wort Gottes wurde nicht nur gegeben, um bekannt zu sein, sondern um befolgt und in die Tat umgesetzt zu werden. Die Erscheinung des Herrn fordert uns auf, uns nicht damit zufriedenzugeben, zu wissen, wo Christus ist, sondern ihm entgegenzugehen und dabei Herausforderungen und Prüfungen zu überwinden.

  • Die Geschenke

Beim Betreten des Hauses öffnen die Heiligen Drei Könige ihre Schatzkammern und bringen ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die christliche Tradition misst diesen Gaben seit jeher eine tiefe Bedeutung bei. Gold symbolisiert das Königtum, Weihrauch verweist auf die Göttlichkeit, und Myrrhe kündigt das Geheimnis von Leiden und Tod am Kreuz an. Sie verweisen zudem auf das dreifache Amt Christi – das königliche, das prophetische und das priesterliche –, mit dem jeder Christ durch die Taufe verbunden ist.

Diese Gaben sind nicht bloß symbolische Gegenstände. Sie sind Ausdruck innerer Hingabe. Die Heiligen Drei Könige bringen dar, was sie mit sich tragen, was ihnen am kostbarsten ist, im Bewusstsein, dass alles in der Gegenwart des Kindes Sinn findet.

Das Fest der Erscheinung des Herrn lädt uns ein, uns zu fragen, was wir vor Gott bringen. Nicht nur Dinge, sondern das Leben selbst mit all seinen Grenzen, Freuden und Leiden. Ihm etwas darzubringen bedeutet anzuerkennen, dass er im Mittelpunkt steht.

  • Verehrung

Gleich zu Beginn des Evangeliums erklären die Heiligen Drei Könige: „ Wir sind gekommen, um ihn anzubeten “ (Mt 2,2c). Und als sie ihn schließlich finden, knien sie vor dem Kind nieder und beten es an (vgl. Mt 2,11c). Diese Geste ist entscheidend.

Anbetung ist eine Erkenntnis, die nur durch göttliche Inspiration im menschlichen Herzen entstehen kann. Vor einem Kind niederzuknien und zu erkennen, dass Gott selbst Mensch geworden ist, ist nicht das Ergebnis von Vernunft, sondern der Gnade des Heiligen Geistes.

In der christlichen Tradition bedeutet Anbetung, Gott die ihm gebührende Verehrung darzubringen, insbesondere im heiligen Opfer der Eucharistie. Anbetung beschränkt sich nicht auf äußere Gesten, sondern drückt eine innere Hingabe, ein vertrauensvolles Unterwerfen vor dem Geheimnis aus.

Die Magier lehren uns, dass die wahre Suche in der Anbetung gipfelt. Der Weg erhält erst dann Sinn, wenn man diese Begegnung erreicht.

 

Mit dem Wort beten – Lectio Divina

 

  1. Lesung ( Lectio ): Lesen Sie Matthäus 2,1-12 aufmerksam. Beobachten Sie den Weg der Heiligen Drei Könige, ihre Begegnungen, Bewegungen, Pausen und Gesten.

 

  1. Meditation ( Meditatio ): Was in diesem Evangelium spricht Ihr Herz am stärksten an? Erkennen Sie sich eher in den Weisen wieder, die ihren Weg gehen, in denen, die es wissen, aber nicht gehen, oder in Herodes, der ängstlich und beunruhigt ist?

 

  1. Gebet ( oratio ): Bringe dem Herrn deine Suche, deine Wünsche und deine Widerstände vor. Bitte um die Gnade, die Zeichen zu erkennen, die er dir auf deinen Weg legt.

 

  1. Kontemplation ( contemplatio ): Wenn möglich, beten Sie mit dem Jesuskind in der Krippe und verweilen Sie in Stille vor dem Geheimnis Gottes, der sich selbst klein macht. Lassen Sie sich zu einfacher und vertrauensvoller Anbetung führen.

 

  1. Aktion ( actio ): Frage dich, wie du diese Woche ein Zeichen sein kannst, das andere zu Christus führt.

 

Shalom!

Bis nächste Woche!


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